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Der
TGV Horn ist seit seinen Gründerjahren in den goldenen 20er nicht
nur ein Turnverein, sondern fühlte sich seit je her für das
kulturelle Leben in dem schönen Dorf Horn über dem Leintal
verantwortlich.
Schon
lange vor dem Krieg wurde in Horn begeistert Theater gespielt. Die
ersten noch vorhandenen Statuten rühren aus dem Jahr 1914 vom
Militärverein Horn, aus dem später der Turnverein hervorging.
Spielort war damals der ehm. Saal der Horner Schlosswirtschaft.
Heute kaum vorstellbar wurden damals meist dramatische Stücke
aufgeführt. Das erste Theaterstück des TGV wurde im Jahre 1925
gemeinsam mit dem Militärverein aufgeführt. Im Schriftführerbuch
von 1931 steht, dass beim Drama „Wenn Muttertränen fließen“
tatsächlich Tränen im Publikum flossen. Meist folgte auf das
Drama noch ein kurzes Lustspiel zur Aufheiterung.
Da
während den Kriegsjahren ans Theaterspielen nicht zu denken war,
wurde das Spielen in der Zeit des Nationalsozialismus
unterbrochen. Nach dem 2. Weltkrieg im Jahre 1947 war das Leid bei
den Menschen groß, deshalb war die Theatergruppe des TGV Horn
gefragt um mit ihren Stücken für Abwechslung und Aufheiterung zu
sorgen. Mit den Stücken „Die Giftmischerin“ und „Anton wird
energisch“ nahm man das Theaterspielen nach dem Krieg wieder
auf.
In
der 60 er Jahren wurde dann das Horner Schloss verkauft und es war
nicht mehr möglich dort Theater zu spielen. Daraufhin zog man
nach einer kurzen Pause um ins Horner Schulhaus in dem heute noch
die Aufführungen stattfinden. Als Premiere in den neuen Räumen
spielte man den Klassiker„Der Büttel von Bächleswies“, den
man schon vor dem Krieg einmal gespielt hatte. Die Theaterei in
den neuen Räumen gestaltete sich zunächst schwieriger als
gedacht, zum einen war der große Schulraum bis kurz vor
Weihnachten von den Schulklassen besetzt, so dass das Proben auf
der Bühne nur eine kurze Zeit möglich war.
Das
größere Problem aber war der Zugang zur Bühne, da es für die
Spieler nicht möglich war von einem Nebenraum auf die Bühne zu
gelangen, war es in den ersten Jahren so, dass die Spieler während
des Stückes von draußen durch das Fenster auf die Bühne
stiegen. Heute ist dieses Problem zwar gelöst, jedoch eines hat
sich nicht geändert – die Größe der Bühne und des Schulsaals
in dem das Publikum sitzt. Für jeden der schon einmal in Horn im
Theater war, gewinnt der Werbeslogan „Mitten drin statt nur
dabei“ neu an Bedeutung.
In
der Horamer-Schualhaus-Behne ist es so wie in einem englischen Fußballstadien,
die Nähe zum Spielfeld und den Akteuren ist faszinierend. Für
die erste Zuschauerreihe ist es kein Problem die Füße auf der Bühne
aufzulegen.
Ein
Mann prägte ganz entscheidend nicht nur den ganzen Verein, vor
allem auch die Theatergeschichte trägt seine Handschrift. Anton
Esswein war über 50 Jahre in der Theatergruppe als Spieler und
als Regie im Einsatz. Durch seinen Tod im September diesen Jahres
ging nicht nur ein toller Sportler und Mensch verloren, sondern
auch ein begeisterter Theaterspieler. Es war im März 1996 bei
seinem 60. Geburtstag im ehem. Horner Schulhaus, als die Idee
aufkam nach dem großen Erfolg mit der Kriminalkomödie „Der
schwarze Koffer“ der Theatergruppe des TGV Horn einen Namen zu
geben – „Horamer-Schualhaus-Behne“.
Natürlich
sind die Laienspieler des TGV Horn auch heuer wieder im
Probenstress. Im Januar soll die Komödie „Kurzschlüsse“ an
zwei Wochenenden aufgeführt werden. Die Karten für die Aufführungen
waren wie in den vergangenen Jahren nach wenigen Tagen restlos
vergriffen.
Eine
weitere Besonderheit in der Horner Theatergeschichte ist die seit
1990 aktive Kindertheater Gruppe die seit 13 Jahren ununterbrochen
immer an der traditionellen Nikolausfeier des Vereins und der
Seniorenfeier seine Auftritte hat. Mit den Stücken „Immer
dieser Buckli“ oder in diesem Jahr mit dem Stück „Teufelchen
Lokki“ bringen die Jugendlichen das Publikum zum Lachen. Eine
tolle Statistik ist, dass bereits 8 Spieler die in der
Kindertheatergruppe das erste Mal auf die Bühne gingen, heute bei
den Erwachsenen in der Laienspielgruppe dabei sind.
Ob
Jung oder Alt, das Theaterspielen wird in Horn groß geschrieben.
Theater ist wichtig, auch in der heutigen Zeit sorgt ein Theaterstück
für reichlich Abwechslung im Alltag.
Die
Laienspieler der „Horamer-Schualhaus-Behne“ wünschen allen
umliegenden Theatergruppen viel Erfolg und den Zuschauern gute
Unterhaltung, vielleicht haben wir auch Sie neugierig gemacht, über
Ihren Besuch in Horn würden wir uns sehr freuen. |